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Rezension - Staatsfeind

Worum geht's?

Der ehemalige KSK-Soldat Iwo Retzick wird von seinem alten Kameraden Philipp kontaktiert, der als Politiker Karriere macht. Philipp braucht Iwos Hilfe bei einem Vorhaben, das die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland für alle Zeiten verändern soll. Gleichzeitig ist Hauptkommissarin Judith Richter einem Terrornetzwerk auf der Spur...


Mein Eindruck

 

Ich hab bereits zwei Bücher von Veit Etzold gelesen und beide habe ich als sehr spannende und vor allem recht realistische (weil offensichtlich gut recherchierte) Thriller in Erinnerung. Die gleichen Erwartungen hatte ich auch an dieses Buch.

 

Der erste Punkt, der auch bei diesem Buch wieder auffällt, ist wie realistisch das Setting wirkt. Der Autor kennt sich im Milieu von Polizei, Bundeswehr, Rechtsmedizin offensichtlich sehr gut aus und baut sein Wissen mit vielen kleinen Details in die Story ein. Dadurch lesen sich Thriller für mich viel lebendiger und authentischer. Besonders wenn sich diese Details auch in Handlungen und Gedanken wiederfinden, die nichts mit dem Hauptplot zu tun haben, dem ganzen aber den entsprechenden Rahmen geben.

 

Im Buch gibt es zwei Hauptcharaktere, Iwo (ehemaliger KSK-Soldat) und Judith (Polizeikommissarin). Bei Charaktere werden eher kurz eingeführt, dafür richtet es sich eher auf jeweilige "Päckchen" das beide durchs Leben tragen müssen. Kurz gesagt: Beide haben gewisse Probleme. Die anfangs getrennt wirkenden Storys der beiden Hauptcharaktere verweben sich im Laufe des Buches immer weiter ineinander und laufen auf das "große Ganze" zusammen. Die beiden Hauptcharaktere haben mir besonders anfangs sehr gut gefallen, weil Sie beide weder die "Über-Helden" noch die "komplett-zerbrochenen" Charaktere sind.

 

Das Szenario welches der Autor in diesem Thriller entwirft, wirkt anfangs noch recht subtil und damit auf eine erschreckende Weise auch realistisch. Gerade wenn Gefahr von Terror und die Möglichkeiten der Polizei gegenübergestellt wirkt, kann man sich schon fragen wie viel da wirklich dran ist...

Wie realistisch das Ganze in Wirklichkeit ist, ist eine andere Frage - aber in diesem fiktiven Buch wirkt es zumindest so. Und das macht die Sache spannend!

 

Leider bleibt es nicht so. Für meinen Geschmack nimmt das Szenario zu einen Zeitpunkt dann doch etwas zu groteske Züge an. Es gab wirklich ein paar Momente in denen ich gedacht habe "als ob" oder "ja, ist klar". Die Verschwörung um die es geht, wird anfangs noch subtil und geheimnisvoll, mit vielen historischen Referenzen, aufgebaut. Dann entfaltet sich innerhalb einiger Kapitel allerdings der ganze Plan und genau da hatte mich der Auto dann leider verloren. Für mich persönlich zu konstruiert und überhaupt nicht passend zu dem vorher so realistischen Setting.

 

Als Höhepunkt des Ganzen kommt dann noch das Ende. Da habe ich mich wirklich gefragt, ob das auch noch nötig war. Ich finde es tatsächlich einfach billig.

 

Bewertung

 Schade! Ich hatte deutlich mehr erwartet und wurde anfangs auch wirklich bestätigt. Leider hat das Buch das Niveau nicht halten können - im Gegenteil: Am Ende fand ich es zu abstrus und auch gehetzt.

Bisher leider das schwächste Buch welches ich von Veit Etzold gelesen habe.

Wer aber auf Spannung und große Verschwörungen steht und kein Problem damit hat, wenn ein bisschen übertrieben wird, der wird vielleicht glücklich mit diesem Buch.

6/10 Seiten 

 

Fakten

Autor: Veit Etzold

Seitenzahl: 641

Verlag: Droemer/Knaur

ISBN: 9783426306680

 

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Einfach & genial!

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