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Rezension - Farbenblind

Worum geht's?

Trevor Noah ist heute ein gefeierter Comedian und Kämpfer gegen jede Form von Rassismus, Ebenjenen musste er in seiner Kindheit in Südafrika erleben und als "Farbiger" herausfinden wer er eigentlich ist und wo er "dazugehört". In diesem Buch nimmt er uns mit auf eine Reise durch seine Kindheit und Jugend in den Straßen Südafrikas.


Mein Eindruck

 

Zugegeben, ich kannte Trevor Noah nicht bevor ich das Buch gelesen habe. Aber als ich das Wort "Comedian" gelesen habe, hatte ich natürlich direkt hohe Ansprüche an das Kriterium "Unterhaltung".

So viel sei gesagt: Ich wurde nicht enttäuscht!

 

Was zuerst auffällt und dem Buch auch den richtigen Charme gibt ist der authentische Schreibstil. Es hat was von "einfach von der Seele schreiben und dabei hin und wieder laut lachen". Die Sätze sind einfach, aber prägnant. Pointiert, aber nicht übertrieben lächerlich. Um es in einem Wort auszudrücken: Echt.

Für mich ein ganz klarer Grund warum man immer "dran bleibt" und gerne weiterlesen möchte. Man fühlt sich einfach gut unterhalten.

 

Und zwar trotz der sehr ernsten Thematik.

Trevor Noah nennt das System der Apartheid den "perfektionierten Rassismus" - wahrlich keine Übertreibung! Das man sich als Leser aber trotz alledem gut unterhalten fühlt, liegt besonders daran dass Noah der Kälte und rationalen Effizienz des "Systems" gleichzeitig auch immer die Absurdität ebenjenes gegenüberstellt. Das Konzept des Rassismus ist menschenverachtend und brutal, aber auch  über alle Maßen dumm - dem Autor gelingt es wunderbar dies gegenüber zustellen und in einer Geschichte zu verpacken.

 

Und es ist nicht irgendeine Geschichte. Sondern seine Geschichte.

Es ist also kein Blick von Außen, sondern von Innen - von jemandem der Rassismus und das System Apartheid am eigenen Leib gespürt hat. Es gibt viele Stellen im Buch, da ist es gar nicht so klar ersichtlich was dies nun damit zu tun hat. Aber genau diese subtilen Stellen machen das Buch, ich wiederhole mich, so echt.

 

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es immer wieder ein, zwei Seiten die, losgelöst aus der Geschichte und auch losgelöst aus der "Ich-Perspektive", Hintergrundinfos zum Thema Apartheid geben. Fand ich gut, gibt Hirnfutter und trennt die Kapitel sinnvoll. 

 

Und abschließend: Trevor Noah ist Comedian - und das merkt man auch in diesem Buch. Es gibt Textstellen die sind einfach nur urkomisch. Ein Beispiel: Zuerst schreibt er von einer Begebenheit, bei der ein Familienmitglied wohl beinahe ermordet worden wäre, nur um ein paar Seiten später über das "Kacken" zu philosophieren und damit eine Erzählung über den weit verbreiteten Glaube an Geister zu beginnen. Teilweise einfach zum Kaputtlachen!

 

Bewertung

 

Dieses Buch ist wirklich beeindruckend.

Ich habe selten so einen pointierten & gewitzten Beweis gelesen, weshalb Rassismus so ein grober Unfug ist. Es wird weder warnend der Finger gehoben, noch wird das Thema ins Lächerliche gezogen. Es ist eine überwältigende und echte Geschichte die einen Selbst die Lehren ziehen lässt. Das man das Buch trotz allem mit einem Lächeln lesen kann, ist die wahre Kunst.

Daher ganz klar:

 

10/10 Seiten

 

Fakten

Autor: Trevor Noah

Verlag: Blessing

ISBN: 9783896675903

 

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