· 

Rezension: Der Wal und das Ende der Welt

Wut ist ein Geschenk, Arun Gandhi, Buch

Worum geht's?

Ein kleines Fischerdorf in England. Idyillisch, ruhig und abgelegen läuft das Leben hier so vor sich hin. Bis eines Tages ein Wal auftaucht und ein Mann am Strand angespült wird. Joe, ein Großstädter, der vor seiner Flucht aus London etwas in Gang gesetzt hat, was sogar das kleine Dorf St. Piran bedrohen kann. 

 


Mein Eindruck

Die Geschichte beginnt direkt mit dem im Klappentext beschriebenen Ereignis. Joe, der Hauptcharakter, des Buches wird am Strand von St, Piran angespült und von einigen Bewohner/innen des Dorfes gefunden und gerettet. Als Leser wird man also direkt "reingeworfen" und mit ziemlich vielen Namen überschwemmt, was mir im ersten Moment so gar nicht zugesagt hat. Allerdings muss es Joe, der als Wildfremder in St. Piran auftaucht, genauso ergangen sein - daher fand ich es im Nachhinein dann doch ganz charmant.

 

Während Joe sich so langsam im Dorf eingewöhnt und verschiedene Personen mal mehr, mal weniger näher kennenlernt, erfährt man als Leser in regelmäßigen Rückblenden immer mehr über Joe's Hintergrund bzw. über das "Warum" seiner Flucht aus London.

Und genau an diesen Stellen hat mich das Buch dann wirklich gepackt. Nicht nur der komplette Kontrast zu dem behutsamen Leben in St. Piran, sondern viel mehr die Tätigkeit von Joe und dessen Folgen, bauen eine zweite Story mit einem eigenen Spannungsbogen auf.

 

Ich glaube ich verrate nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass die Geschichte ab da leicht dystopische Züge annimmt. Joe hat, ganz ohne riesige Verschwörungen oder Skandale, etwas in Gang gesetzt, was die ganze Welt beeinflusst. Und mit der ganzen Welt ist auch das kleine Dorf St. Piran gemeint, welches bisher auch eher abseits vom Rest der Welt existiert hat. 

 

Während die beiden Story-Bögen also langsam zusammenlaufen, lernt man verschiedene Charaktere näher kennen. Es gibt mit Joe zwar nur einen wirklichen "Hauptcharakter", aber viele "Nebencharaktere" die im Laufe der Geschichte unterschiedlich stark in Erscheinung treten und in erster Linie das Dorfleben sehr authentisch machen. Natürlich darf der ein oder andere Konflikt nicht fehlen und auch die Gefühle kommen nicht zu kurz.

Insgesamt haben mir die Charaktere, obwohl ich manchmal Schwierigkeiten mit den Namen hatte, sehr gut gefallen.

 

Und was ist jetzt mit dem Wal?

So viel sei gesagt: Er existiert wirklich in der Geschichte und ist keine Metapher!

 

Und zu guter letzt - gibt einem das Buch den Glauben an die Menschheit zurück?

Nun, ich hoffe das noch niemand den Glauben verloren hat. Und wenn doch, wird dieses Buch wohl nicht viel daran ändern. Aber, die Auflösung bzw. das Ende der Geschichte ist für mich passend und ja, es ist auch wirklich schön :-)

 

Bewertung

 Das Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen! Es gab sogar Momente, in denen ich mich zügeln musste nicht weiterzulesen, weil ich mir das folgende Kapitel für den nächsten Tag aufbewahren wollte. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der angenehme, schöne und manchmal charmante Schreibstil des Autors.

Ich habe mich nicht nur gut unterhalten gefühlt, sondern bin an einigen Stellen wirklich zum Nachdenken gekommen. Das Buch hat mich als auf mehreren Ebenen gepackt und ist den "Vorschusslorbeeren" meiner Meinung nach absolut gerecht geworden!

 

9 von 10 Seiten!

 

Fakten

Autor: John Ironmonger

Verlag: Fischer Verlag

ISBN: 9783103974270

 

Wo bekommst du das Buch her?

Ich empfehle deinen lokalen Lieblingsbuchladen!

Ansonsten schau mal hier bei: buecher.de