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Rezension - Der Welt nicht mehr verbunden

Worum geht's?

Der Autor & Journalist Johan Hari leidet seit seiner Jugend an Depressionen. Die Ärzte sagen es liegt an einem chemischen Ungleichgewicht in seinem Gehirn und verschreiben Antidepressiva. Viele Jahre nimmt der Autor die höchste Dosis - aber es bessert sich nichts. Warum nicht?

Er beschließt der Sache auf den Grund zu gehen und hat die Erkenntnisse seiner Reise in diesem Buch festgehalten.


Mein Eindruck

Auch auf dieses Buch bin ich über den TED-Talk von Johan Hari aufmerksam geworden. In dem TED-Talk gibt Hari einen ersten Einblick in die Thematik und seine Erkenntnisse. Ich war tatsächlich sofort angefixt und habe den Vortrag direkt zweimal geguckt - das Buch habe ich dann auch schnell bestellt um mich ausführlich damit beschäftigen zu können.

 

Die Tatsache das der Autor selbst seit Jahrzehnten unter Depressionen leidet und Antidepressiva genommen hat (die offensichtlich nicht nachhaltig geholfen haben) verleiht dem Buch grundsätzlich erstmal eine gewisse Glaubwürdigkeit. Bei so einem ernsten Thema ein großer Pluspunkt!

 

Das Buch ist unterteilt in 3 größere Abschnitte. Den meisten Teil nehmen die Ursachen ein, welche Hari im Laufe seiner Recherche "entdeckt" hat. Es sind insgesamt neun Stück (und er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!). All diese Ursachen werden im Buch anhand von Geschichten eingeführt und dann durch wissenschaftliche Erkenntnisse (oftmals auf Basis von Studien) untermauert. 

Diese Herangehensweise macht das Thema sehr greifbar, einfach zu verstehen und - ich wiederhole mich - glaubwürdig. Der Autor trifft sich mit den führenden Experten weltweit und trägt die Erkenntnisse zusammen. Das Wissen ist also bereits vorhanden, nur bisher hat es niemand in dieser Art und Weise zusammengetragen und so einfach zugänglich gemacht. Die Frage "Warum ist das eigentlich so?" habe ich mir während des Lesens desöfteren gestellt.

 

Für mich persönlich machen alle aufgezählten Ursachen total Sinn. Bei genauerem überlegen habe ich mich dann auch gefragt, warum man dazu eigentlich ein Buch lesen muss und nicht selbst drauf kommt? Vielleicht sind viele von uns (in dem Falle mich eingeschlossen) schon zu weit von unserer wahren Natur entfernt...

Ein Gedanke der sich untergründig (und vollkommen zurecht) durch das ganze Buch zieht und an einigen Stellen vom Autor ganz direkt angesprochen wird: "Was brauche ich in meinem Leben wirklich um glücklich zu sein?". 

Der Materialismus ist es (vermutlich) nicht.

 

Das Buch schließt damit, Lösungsansätze vorzustellen um mit Depressionen umzugehen bzw. den vorgestellten Ursachen zuvorzukommen. Dieser Teil des Buches hat mich nicht ganz so umgehauen, da es, überspitzt formuliert, die Gegensätze der entsprechenden Ursachen sind. Ich für meinen Teil habe mir gedacht: "Okay, da wäre ich jetzt auch locker selbst draufgekommen." Aber vielleicht geht das ja nicht jeder Person so! Die auf dem Cover getätigte Aussage "unerwartete Lösungen" würde ich also so nicht unterschreiben.

 

Bewertung

Ein absolut lesenswertes Buch - nicht nur für Menschen die an Depressionen leiden. Sondern eigentlich für jeden. Es geht dabei nicht um lebensphilosophische Ansätze, aber die grundsätzlichen Fragen was uns glücklich macht bzw. was uns unglücklich machen kann. Das Buch gibt einem auf jeden Fall genug Gedankenfutter mit.

Der Schreibstil ist erfreulich leicht und manchmal gefühlt einfach so runtergeschrieben. Sehr angenehm! 

8/10 Seiten 

 

Fakten

Autor: Johan Hari

Seitenzahl: 400

Verlag: Harpercollins Hamburg

ISBN: 9783959672689

 

Wo bekommst du das Buch her?

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Einfach & genial!

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