· 

Rezension - Das also ist mein Leben

Worum geht's?

 Charlie ist 15 Jahre alt und steht vor seinem ersten Jahr an der Highschool. Morgen ist der erste Tag, er weiß nicht was ihn erwartet - und er hat Angst.

Er beginnt Briefe an einen "Freund" zu schreiben und verarbeitet darin seine Erlebnisse und Gefühle, denn dieses Jahr hat Vieles zu bieten. 


Mein Eindruck

Das Buch überrascht mit einer besonderen Form des Storytelling. Anstatt den oder die Hauptcharaktere direkt bei den Handlungen zu begleiten, ist dieses Buch ausnahmeslos in Form von Briefen geschrieben. Es sind die Briefe die Charlie an einen "Freund" schreibt und in denen er berichtet, was er erlebt hat und wie es in seiner Gefühlswelt aussieht.

 

Da Charlie zu Beginn des Buches erst 15 Jahre alt ist, kann man keine gehobene Sprache erwarten. Die Briefe sind eher direkt und einfach, manchmal oberflächlich geschrieben. Es ist ein sehr beschreibender Stil - der den Leser die Geschichte gut verfolgen lässt. In einigen "Szenen" würde ich sogar soweit gehen und es eher mit "rührender Naivität" umschreiben, die erkennen lässt das einige Dinge für Charlie komplett unbekanntes Terrain ist.

 

Dazu sollte man wissen, dass Charlie kein gewöhnlicher Junge ist. In rein als "introvertiert" zu beschreiben ist nicht ausreichend, da er neben seiner ruhigen, in sich gekehrten Art in vielen Situationen auch unsicher und überfordert wirkt. Er ist jemand der andere Menschen beobachtet und über deren und sein Verhalten nachdenkt. Er ist sehr aufmerksam, gleichzeitig aber zurückgezogen. Es gibt ein paar tolle Stellen im Buch, in denen Charlie hadert und zögert, wenn es ums "teilnehmen am Leben" geht.

 

Es gibt natürlich Gründe für Charlies Verhalten. Diese werden im Laufe der Geschichte sowohl sehr offensichtlich, als auch sehr subtil herausgearbeitet. An einigen Stellen war es mir dann zwar auch etwas zu viel. Aber grundsätzlich zeigen diese Elemente dem Leser, welche Einfluss Traumata haben können und tragen damit zum Verständnis von Charlie bei.

 

Die Story dreht sich komplett um das erste Jahr an der Highschool - mit allem was dazugehört:

Alkohol, Mädchen, Musik, Drogen, Streit, Liebe, Geheimnisse und Sex. Es passiert also recht viel - aber irgendwie auch nicht. Es gibt Phasen im Buch die laufen gefühlt ziellos ins Nichts und an diesen Stellen hab ich mich öfters gefragt, was das eigentlich soll.

 

Glücklicherweise hat die Story gegen Ende hin wieder Form angenommen und "den Faden gefunden". 

Auf den letzten Seiten wird die Moral der Geschichte sehr deutlich und hier punktet der Autor mit einigen sehr schönen Momenten und Gedanken.

 

 

Bewertung

Ein Buch über das "Dazugehören". Ein schöne Geschichte über dieses urmenschliche Bedürfnis, das Gefühl zu haben "dazuzugehören".  Einige starke Charaktere und eine ungewohnte Perspektive machen dieses Buch absolut lesenswert. Leider gab es für mich ein paar Durchhänger und damit kein durchgehendes Lesevergnügen - die letzten Seiten haben dafür dann aber zum Teil entschädigt. Für einige ist dieses Buch schon jetzt ein KLassiker der Jugendbuchliteratur. Soweit würde ich zwar nicht gehen, aber das Buch durchaus weiterempfehlen :-)

 

7/10 Seiten 

 

Fakten

Autor: Stephen Chbosky

Seitenzahl: 288

Verlag: Heyne Verlag

ISBN: 9783453267510

 

Wo bekommst du das Buch her?

Direkt vor Ort oder online von deiner Lieblingsbuchhandlung -> genialokal.de

Einfach & genial!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0