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Rezension - 1984

Worum geht's?

Winston Smith ist Mitglied der Partei und arbeitet im Ministerium für Wahrheit - er ist Teil eines allumfassenden Überwachungsstaates und führt treu seine Pflichten aus. Doch innerlich rebelliert er gegen das totalitäre System, welches ihm jede Freiheit nimmt. Wie sich ein Kampf gegen die Partei anfühlt, erfährt er am eigenen Leib, denn: Big Brother is watching you!


Mein Eindruck

 Dystopien gehören zu meinen Lieblingsbüchern und daher habe ich mich total gefreut endlich den absoluten Klassiker in Händen zu halten! Entsprechend hoch waren meine Erwartungen :-)

 

Die Story des Buches spielt in einer Stadt die mal London hieß. Sie ist Teil der Supermacht Ozeaniens (die Nord- und Südamerika, Großbritannien, Südafrika und Australien umfasst) und sich im ständigen Krieg mit einer der anderen beiden Supermächte auf dem Planeten befindet. Regiert wird Ozeanien von "der Partei", welche einen totalitären Überwachungsstaat geschaffen hat. Teleschirme, Mikrofone und eine "Gedankenpolizei" dienen nicht nur dazu die Menschen mit Propaganda zu indoktrinieren sondern auch das komplette Leben zu überwachen!

Ich muss sagen, hier hat Orwell nicht gespart. Wenn man sich einen "perfekten" Überwachungsstaat vorstellt, dann kommt man wahrscheinlich sehr nahe an das Buch heran.

 

Das Story besteht aus drei Teilen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass es mir schwer gefallen ist, im Buch anzukommen. Ich musste bewusst dran bleiben und weiterlesen. Der erste Teil war recht mühselig zu lesen und irgendwie auch etwas trostlos - tatsächlich war ich anfangs etwas enttäuscht von dem Buch. Allerdings - im Nachgang fand ich es eigentlich passend, denn der erste Teil dreht sich um das Leben des Hauptcharakters und dessen leben ist nun mal wirklich eintönig und trostlos.

 

Der Hauptcharakter Winston Smith ist Teil der Partei (der äußeren Partei) und gehört damit zur Mittelschicht. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit in einem mittelmäßigen Job und wohnt in einer mittelmäßigen Wohnung, getrennt von seiner Frau. er ist weder besonders attraktiv, noch lebt er ein besonderes Leben. Kurzum: Winston Smith ist das Mittelmaß in Person.

Und dies fand ich tatsächlich sehr angenehm. Es ist kein klassischer "Held" oder jemand mit vielen besonderen Talenten. Er ist einfach irgendjemand - der anfängt Dinge zu hinterfragen.

 

Und genau darum drehen sich die beiden anderen Teile des Buches. Winston beginnt nicht nur Dinge zu hinterfragen, sondern er spürt auch ein immer stärker werdendes Verlangen etwas zu verändern und begibt sich auf die Suche nach der "Bruderschaft" - einer geheimen Untergrundorganisation die von der Partei bekämpft wird. 

Hier hat die Story dann auch Fahrt aufgenommen. Erfreulicherweise kommt Sie von aufgeladene Action-Szenen aus, sondern als Leser fiebert man (so ging es mir zumindest) eifrig mit und teilt immer mehr den "Hass" auf die Partei.

 

Hier lernt man als Leser auch immer mehr über die Hintergründe der Partei, den Zweck der beschriebenen gesellschaftlichen Ordnung und die Kunst der Manipulation. Und genau an diesen Stellen musste ich gedanklich immer wieder ein Brücke schlagen zwischen der Fiktion im Buch und der Realität unserer aktuellen Zeit. Überraschenderweise - und gleichzeitig erschreckend oft - sind durchaus Parallelen zu erkennen. 

Meiner Meinung nach macht genau diese Tatsache - die Verbindung von Fiktion und Realität - dieses Buch zurecht so bekannt. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das Buch 1949 publiziert wurde und aktueller den je ist, dann Hut ab Mr. Orwell! 

 

Bewertung

Zugegeben, meine Erwartungen waren (vielleicht zu) hoch. Die Stärke dieses Buches ist meiner Meinung nach nicht die Story - die ist okay. Was hängen bleibt ist die literarische Zeichnung eines immensen Überwachungsstaates und besonders die Beweggründe dessen.  Gerade in unserer aktuellen Zeit, mit vielen neuen und technischen Möglichkeiten, rückt die Gefahr in diese Richtung abzudriften (wieder) in den Fokus. Das Buch hilft nicht nur dabei sich einen Überwachungsstaat vorzustellen, sondern das "Warum" zu verstehen. Ich glaube hier liegt der wahre Schatz des Buches.

Leider war es nicht das "unterhaltsamste" Buch, ich musste mich manchmal aufraffen dran zubleiben, daher "nur":

 

7/10 Seiten 

Fakten

Autor: George Orwell

Verlag: Ullstein Tb

ISBN: 9783548234106

 

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